Mâmâliga ///////// Soloshow und Ensemble

 / Daniel Triebe / Falko Kneschke / Julianne Csapo/

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all pictures by Benjamin Thomas

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Für das Performance-Festival Test-Run im Kunsthaus Dresden habe ich zusammen mit Daniel Triebe und Falco Kneschke eine Arbeit realisieren können, die für mich – im Nachhinein – maßgebend war. Wir wurden gefragt, ob wir dort kochen könnten, da wir in den letzten Jahren an verschiedenen Veranstaltungen beteilligt waren, die unter anderem das Ziel verfolgten, ein bereicherndes Verständnis für künstlerische Betätigung zu entwickeln und partizipierbar zu machen. Wir vom Kolleg für studentischen Ausstausch haben daher oft gekocht. Kochen ist neben seinem selbstreferentiellen Wert ein gutes Mittel, um eine Situation zu schaffen, in der Inhalte anders als üblich aufgenommen und in Bezug gesetzt werden können.

Laut Peter Kubelka ist das Kochen die älteste der bildenden Künste, da sie das eigene Verhältnis zur Welt immer wieder metaphorisch wiederspiegelt und somit sogar utopische Vorstellungen herstellen kann.

Wir haben einen Ort geschaffen, an dem das Festivalgeschehen verdaut werden kann, eine Art Nadelöhr zwischen all den Performances, Videos und Exponaten. Der Innenhof des Kunsthauses war durch seine Lage im Zentrum des Gebäudes dafür sehr gut geeignet.

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In der Mitte platzierten wir ein Objekt: „the magical door“, durch welche die Teller von den Kochenden zu den Verzehrenden hindurchgereicht wurden.

Ein beabsichtigter Effekt war, dass der Vorgang des „Wertschaffens“ verfolgt und der Übergang an den Zuschauer nachvollzogen werden konnte.

Ein weiterer wichtiger Aspekt war das Ereignis auf den Tellern selber.

Wir kochten eine Mamaliga, ein rumänisches Nationalgericht, mit „identitätstiftendem“ Charakter. Alle in Rumänien, ob arm oder reich, essen mamaliga.

Uns beschäftigten damals das Verhältnis zwischen den Fragen: wer sind wir in der Gruppe? Und wer sind wir einzeln als Künstler? Um diese Fragestellung für uns einmal erleb- und verdaubar zu machen, wählten wir drei Gemüse aus. Diese kochten wir auf zweierlei Art. Einmal jedes für sich, wobei wir uns darum bemühten, das der einzigartige Geschmack des einzelnen Gemüses, wie zart er auch sei, voll zur Geltung käme, und einmal als Kollektiv, so dass der Geschmack aus der Kombination der drei Gemüse entstand.

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